FALKENSTEINER DIALOG 102018 smallDas Berliner Humboldt Forum und die deutsche Erinnerungskultur

Prof. Dr. Thomas Thiemeyer
Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Universität Tübingen

Sonntag, 28. Oktober 2018, 16 Uhr - Falkenstein Grand Kempinski

Der Förderverein Martin Luther freut sich besonders, mit Prof. Dr. Thomas Thiemeyer nicht nur ein „Falkensteiner Kind“ sondern auch einen ausgewiesenen Fachmann auf dem Gebiet der Kulturanthropologie als Gastredner für seine traditionelle Vortragsveranstaltung im Herbst begrüßen zu dürfen.

Nach Tätigkeiten als freier Autor im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung widmete Prof. Thiemeyer sich im Rahmen seiner Dissertation und mehrerer Drittmittelprojekte dem Forschungsfeld „Museum“. 2016 wurde er zum Professor am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen berufen. Als dessen Direktor widmet sich Prof. Dr. Thiemeyer in Forschung und Lehre insbesondere den Schwerpunkthemen Museums- und Sammlungsforschung, Erinnerungskultur, Kulturtheorien und Wissenschaftskommunikation.

Im Zentrum seines Vortrages steht das Humboldt Forum, das Ende 2019 in Berlin eröffnet wird - ein gigantischer Ausstellungs- und Kulturbau im Zentrum der Stadt. Es ist nicht nur das wichtigste europäische Kulturprojekt der nächsten Jahre, sondern auch das umstrittenste.

Seitdem klar ist, dass in dem Bau, der eine Rekonstruktion des Hohenzollern-Schlosses ist, Objekte der ethnologischen Sammlungen aus Afrika gezeigt werden sollen, die während der Kolonialzeit zum Teil geraubt wurden, hat das Humboldt Forum die Kritik postkolonialer Aktivisten auf sich gezogen. Sie werfen den Verantwortlichen vor, ungebrochen alte Preußenherrlichkeit fortzusetzen und die Gewalttaten geflissentlich zu ignorieren, die einst nötig waren, um die Objekte aus den ehemaligen Kolonien ins Kaiserreich zu holen.

Das Humboldt Forum ist so zur Projektionsfläche größerer, gesamtgesellschaftlicher politischer Debatten geworden, die zu führen Deutschland bislang versäumt hat. Sie sind Teil eines neuen Selbstverortungsprozesses der Bundesrepublik als Einwanderungsland.

Im Anschluss an den Vortrag soll es, wie in jedem Jahr, reichlich Gelegenheit für Gespräch und Diskussion geben.

Der Förderverein Martin Luther bittet um Anmeldung bis spätestens Sonntag, 21. Oktober 2018 im Pfarrbüro unter 06174 - 7153 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

 

 
 
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